Fragen & Antworten - Alles Wissenswerte zur Corona-Zwangspause

23.03. 11:05 | Allgemeine News geschrieben von violettweiss

Tags: #


Der Fußball steht dieser Tage – fast - auf der ganzen Welt still. Die Ausgangsbeschränkungen wurden erst dieser Tage von der Bundesregierung verlängert, damit natürlich auch der Trainingsstopp im Unterhaus. Wir möchten an dieser Stelle ein paar daraus für die Situation in Julbach sich ergebende Fragen beantworten. Dazu haben wir sowohl Trainer, Spieler und den Seki zu Wort kommen lassen als auch aus unterschiedlichen Quellen ein paar Informationen angezapft.


FAQ


Aus vielen Vereinen hört man über wirtschaftliche Sorgen, gerade große oder mittelgroße Vereine sind in deren Existenz bedroht. Wie sieht es in Julbach aus, müssen wir uns Sorgen machen?

Seki Helmut Barth: Vorab möchte ich natürlich anführen, dass an oberster Stelle die Gesundheit steht und das ist derzeit natürlich das Wichtigste.

Natürlich stehen wir aber auch vor extremen wirtschaftlichen Sorgen, die uns zusätzlich belasten. Auch für einen kleinen Verein wie wir, ist die Situation derzeit leider so, dass wir leider ausnahmslos bis dato nur Ausgaben (Trainerteam, Trainingslager, Vorbereitung auf Kunstrasen, usw.) hatten und diese immer mit Einnahme aus den Spielbetrieb bei Heimspielen (Eintrittspreise, Kantine, usw.) ausgeglichen werden konnten.

Und genau dieser Einnahmenblock fehlt leider derzeit zur Gänze weg. Auch wenn diese Situation nicht einfach ist werden wir das irgendwie überbrücken können. Entscheidend wird natürlich sein, wie lange der Spielbetrieb in unserer Liga aufgrund der aktuellen Corona-Virus-Situation noch eingestellt bleiben muss.


Auch wenn es offiziell wenig Neues gibt, bist du als Seki mit anderen Kollegen aus der Bezirksliga in Kontakt? Habt ihr eine Whatsapp-Gruppe wo ihr euch abstimmt bzw. wie ist die Stimmung/Meinung bei den anderen Vereinen?

Eine eigene Whattsapp Gruppe haben wir nicht, jedoch wird ab und an miteinander telefoniert. Zur Zeit gibt es nur ein gemeinsames Ziel, nämlich diese aktuelle Situation mit dem Virus durch Einhaltung der von der Regierung vorgeschriebenen Maßnahmen möglichst rasch in den Griff zu bekommen. Unsere Kicker hatten eine sehr gute und intensive Vorbereitung und waren bereit für die Mission „Klassenerhalt“ und jetzt muss sich jeder Einzelne eben bis auf Weiteres selbständig mit Ausdauerläufen usw. fit halten. Ist alles nicht so einfach, - aber da geht es derzeit leider allen Vereinen gleich.


Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf die Bauvorhaben im Friedhofstadion? Mit der Platzverbreitung wurde schon begonnen, die Tribüne wäre in der Sommerpause dran?

Natürlich wirkt sich das alles massiv aus und wir müssen hier abwarten, wie sich die Situation rund um den Virus weiter entwickelt. Grundsätzlich ist geplant, dass in den nächsten Wochen die Platzerweiterung fertig gestellt wird und in diesem Bereich auch der Zaun montiert wird. Dann wäre mal dieser Bereich abgeschlossen. Aber wie gesagt, - auf zeitliche Planungen kann man sich derzeit leider noch nicht fixieren …. Der Tribünenbau wäre dann in der Sommerpause (ab ca. Mitte Juni) geplant… - aber auch da müssen wir derzeit abwarten …

Aber derzeit zählt nur eins,-  gemeinsam diesen Virus Xsund überstehen !!


Wie gehen die Spieler mit der Situation um, wie wird jetzt (individuell) quasi im Homeoffice trainiert?

Captain Florian Stadlbauer verrät: Die Spieler nehmen es alle sehr gefasst. Da man sowieso die Situation nicht ändern kann. Trainiert wird jetzt selbstständig zuhause. Wir haben die Vorgabe Läufe zu absolvieren und Stabiprogramme zu machen aber jeder selbstständig und nicht in Gruppen. Jetzt ist wieder jeder selbst gefragt.


Wie schwierig ist es als Spieler mental, so kurz vor Saisonbeginn die „Stopp-Tafel“ vor die Nase gehalten zu bekommen? Quasi am Höhepunkt der Vorbereitung, wie hält man die Spannung und vor allem die aufgebaute Form aufrecht?

Sehr schwierig finde ich. Wir haben eine gute Vorbereitung gespielt und die Mannschaft war körperlich in einer super Verfassung, deshalb ist es sehr schade dass wir nicht wie geplant letztes Wochenende in die Saison gestartet sind. Die Spannung hochzuhalten ist relativ schwierig weil man kein Datum hat im Moment auf das man hin trainieren kann. Wir versuchen mit laufen, Kraft und Stabilisationsübungen die Form aufrecht zu erhalten.


Auch für dich neu: wie geht man als Trainer mit so einer Situation um?

Coach Thomas Boxleitner dazu: Momentan rückt der Fußball natürlich deutlich in den Hintergrund. Wichtig ist, dass alle Spieler, Funktionäre, Fans und Trainer und deren Familienmitglieder gesund bleiben und möglichst unbeschadet aus der Krise kommen. Auch wenn es mir sehr sehr schwer fällt muß ich mich genau wie jeder andere in dieser Situation in Geduld üben. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich wieder nach Julbach fahren darf.


Selbst wenn irgendwann das „Go“ kommt, wird es noch eine gemeinsame Vorbereitung benötigen, man kann nicht von 0 auf 100 gleich mit dem Spielbetrieb einsteigen. Was würdest du dir da wünschen? Habt ihr da schon einen Plan in der Hinterhand, wie das „Hochfahren des Spielbetriebs“ angelegt wird?

Viel Zeit wird da sicher nicht mehr zur Verfügung gestellt werden können. Die Mannschaft war in der Winterpause sehr fleissig. Jakob Lauss hat als Fitnesstrainer tolle Arbeit geleistet und wir haben bis dato eine sehr gute Vorbereitung absolvieren können. Die Spieler haben meine Art Fussball zu spielen sehr schnell verstanden. Wir sind also gut gerüstet auch sehr kurzfristig wieder spielen zu können. Sollte es zu einer Wiederaufnahme des Spielbetriebes kommen, bin ich guter Dinge, dass wir unser gemeinsames Ziel erreichen werden. 


Wenn wir dich schon vorm "virutellen" Mikrofon haben, wie ist deiner erster Eindruck von deinem neuen Verein? Du konntest ja die Mannschaft schon am Trainingslager kennenlernen bzw. absolviertest schon einige, durchaus erbauliche Testspiele mit den Veilchen?

Ich fühle mich sehr wohl in Julbach, Mannschaft und  Verantwortliche haben mir den Einstieg sehr leicht gemacht. Ich wurde sehr gut aufgenommen.  Wirklich beeindruckt bin ich vom  sensationell kameradschaftlichen und respektvollen Umgang der Spieler untereinander.  Der eingeschlagene Weg ist definitiv der Richtige und wird schlussendlich auch erfolgreich sein.


Allgemein: Wann müsste die Meisterschaft in der Bezirksliga Nord gestartet werden, um im Sommer noch eine Abschlusstabelle zu haben?

Die OÖ-Nachichten und Ligaportal haben es vorgerechnet: Startet man bis 16. Mai könnten alle Spiele an Wochenenden und Feiertagen absolviert werden und man wäre am Kirtag-Wochenende um den 26. Juli im Ziel. Bei einem späteren Start müsste an Wochentagen - quasi im 3-Tages-Rythmus gespielt werden. Was ob der längeren Helligkeit im Sommer auch ohne Flutlicht zwar möglich wäre, doch für eine Amateurliga wohl keine ernstzunehmende Option sein dürfte. Würde die Saison bis in den August reichen, müsste die Herbst-Saison 2020 (noch) weiter nach hinten verschoben werden.
Die Simulation von ligaportal.at findet ihr hier.


Könnte die Liga auch mit weniger als 26 Spieltagen (also jeder gegen jeden sowohl daheim als auch auswärts) abgeschlossen werden?

Laut OÖN bevorzugt der Fußballverband eine sportliche Lösung, idealerweise sollen natürlich alle Spieltage gespielt werden. Notfalls stünde auch zur Diskussion, zum Beispiel den Zwischenstand der Herbstsaison zu nehmen, wenn sie nicht fertig gespielt werden könnte. Da wird es aber sehr heikel Auf-, vorallem aber Absteiger zu ermitteln. Mannschaften aufgrund einer Halbsaison absteigen zu lassen, würde ziemlich sicher zu einer Lawine an Einsprüchen und Rechtsstreitigkeiten quer durch alle Spielklassen führen.

Eine weitere Möglichkeit ist auch die komplette Anullierung der Liga und ein Neustart der eigentlichen vorigen Saison im Herbst 2020.


Sind Geisterspiele eine Option?

Nein, das wird weder vom Verband angedacht noch ist es eine realistische Möglichkeit. Gerade Amateurvereine leben vom Eintritt und der Kantine, was auch dem Verband bewusst ist.


Wie weit betrifft der Profi-Fußball in Österreich den Amateurbereich?

Alle 9 Landesverbände haben sich auf eine einheitliche Lösung für das Unterhaus verständigt, alle möchten die Saison zu Ende bringen. Dies wird unabhängig vom Ablauf und den Entscheidungen der Bundesliga geschehen und auch die Zielvorgabe, dass bei den Profis die Saison mit 30. Juni (an dem laufen viele Verträge aus) beendet sein muss, ist im Unterhaus kein Thema.


Was passiert mit dem Veilchen-Toto?

Die Tipps behalten natürlich ihre Gültigkeit. Gibt es Neuigkeiten wie die Saison aussehen wird, werden wir euch hier informieren, wie die gekauften Tippscheine zurückgenommen oder umgetauscht werden. Bis dorthin bitte noch etwas um Geduld.


Kommentare


Keine Links mit http:// oder www erlaubt
↑ HOCH